Thermostatistik ed
Table of Contents
Grundlagen Thermodynamik ed
Definitionen ed
- thermodynamisches System
- makroskopisches System aus sehr vielen Teilchen/Atomen/... mit sehr vielen Freiheitsgraden (Mikrozustände uninteressant)
- isoliertes System
- kein Austausch von Teilchen oder Eigenschaften (Energie, Wechselwirkungen)
- geschlossenes System
- kein Austausch von Materie mit der Umgebung
- offenes System
- Materie- und Eigenschaften austauschbar
- Kontakt
- Wechselwirkung zwischen Systemen, Austausch von Eigenschaften
- extensive Zustandsgrößen
- mengenabhängig (additiv bei Zusammensetzung von Systemen) z.B. V, Masse, U
- intensive Zustandsgrößen
- mengenunabhängig, z.B. T, p,...Dichten
- Zustand
- vollständiger Satz von unabhängigen Zustandsgrößen, Punkt im Zustandsraum
- Gleichgewichtszustand
- Zustand, in dem die Zustandsgrößen zeitlich konstant bleiben
- quasistatischer Prozess
- Zustandsänderung langsam gegenüber Relaxationszeit, durchläuft nur Gleichgewichtszustände
- Kreisprozess
- Anfangs- und Endzustand sind gleich
Arbeit ed
Die innere Energie ist der Anteil der Gesamtenergie (kinetisch und potentiell), der nicht von der Bewegung des Schwerpunktes abhängt. Da der Schwerpunkt meist fest im Laborsystem ist, ist dies die Gesamtenergie. Die innere Energie ist eine Zustandsgröße.
Arbeit ist die Änderung der inneren Energie des Systems. Das Vorzeichen ist also positiv, wenn das System Energie gewinnt. Sie ist immer von der Form
$ \delta W = \xi d X $
wobei \( \xi \) intensive Variable und \( X \) extensive Variable ist (konjugierte Variaben).
- mechanische (Volumen-) Arbeit
- \( \delta W_{mech} = - p dV \)
- Magnetisierungsarbeit
- \( \delta W_{mag} = \mathbf{B} \cdot d \mathbf{m} \) ( \( \mathbf{B} \) : Magnetfeld, \( \mathbf{m} \) : magnetisches Moment)
- chemische Arbeit
- \( \delta W_{chem} = \mathbf{\mu} \cdot d \mathbf{N} \) ( \( \mathbf{\mu} \) : magnetische Potentiale, \( \mathbf{N} \) : Teilchenzahlen)
Temperatur ed
- 0. Hauptsatz
- Jedes System besitzt eine Temperatur, eine intensive skalare Zustandsgröße, die ein (thermisches) Gleichgewicht anstrebt, in dem die Größe überall gleich ist.
Die Eigenschaft des thermischen Gleichgewichts ist transitiv und induziert eine Ordnungsrelation. Sie erlaubt auch den Bau von Thermometern, die ein Gleichgewicht mit einem anderen System einnimmt und so auch die Temperatur dieses Systems annimmt/anzeigt. Die Temperaturfunktion ist aber nur monoton, ansonsten noch beliebig.
Über ideale Gase wird eine Temperatur (-Funktion) \( T \) definiert.
Zustandsgleichungen ed
Zustandsgleichungen beschreiben Abhängigkeiten zwischen den Zustandsvariablen und somit eine Fläche im Zustandsraum.
Beispiele:
- ideales Gas
- macht die Vorraussetzungen Punktteilchen (keine Eigenvolumina der Teilchen) und keine Wechselwirkung untereinander
Achtung: das ideale Gas widerspricht dem 3. Hauptsatz!
Seine Zustandsgleichung ist
$ p V = n R T = N k_B T $
mit \( n \) der Molzahl, \( N \) der Teilchenzahl und \( k_B = 1,3805 \cdot 10^{-23} J/K \) der Boltzmann-Konstante.
Dabei ist das Boyle-Mariottesche Gesetz:
$ \frac{ p V }{ N } = \mathrm{const} $ - Van der Waals-Gas
- Teilchen haben Eigenvolumen und Wechselwirkung, effektive Größen mit \( p_{eff} V_{eff} = n R T \)
Zustandsgleichung:
$ ( p + a \frac{ n^2 }{ V^2 } ) ( V - n b ) = n R T $ $ a , b $ sind Materialkonstanten.
Dies ist eine Gleichung 3. Grades in \( V \) , hat in einem Bereich 3 Lösungen, in einem anderen nur eine. Der Übergang dazwischen ist der kritische Punkt ( \( V_c = 3 b n \) , \( p_c = \frac{ a }{ 27 b^2 } \) , \( T_c = \frac{ 8 a }{ 27 b R } \) ). Hierdurch lassen sich reduzierte Größen definieren ( \( \pi = p / p_c \) , \( v = V / V_c \) , \( t = T / T_c \) und damit die Zustandsgleichung:
$ ( \pi + \frac 3 { v^2 } ) ( 3 v - 1 ) = 8 t $ - idealer Paramagnet
- periodischer Festkörper mit periodisch angeordneten, permanenten magnetischen Momenten, die untereinander nicht wechselwirken und statistisch verteilt sind
Keine Vektoren nötig... Zustandsgleichung:
$ M = M_0 L( m \frac{ B_0 }{ k_B T } ) $ mit der Langevin-Funktion \( L ( x ) = \mathrm{coth} x - \frac 1 x \) , der Magnetisierung \( M \) , der Sättigungsmagnetisierung \( M_0 = \frac N V m \) , dem magnetischen Moment der einzelnen Teilchen \( m \) und \( B_0 = \mu_0 H \) .
Für hohe Temperaturen gilt das Curie-Gesetz:
$ M = \frac C T H $
mit der Curie-Konstanten \( C = \mu_0 \frac N V \frac{ m^2 }{ 3 k_B } \)